Schießstände

  • Luftgewehrstand mit Luftpistole 20 Bahnen
  • Pistolenstand mit 8 Bahnen für 25 Meter
  • Pistolenstand mit Drehscheibe Duell 5 Bahnen
  • Gewehrstand mit 6 Bahnen umschaltbar von 50 auf 100 Meter

Gründungs - Mitglieder

  • Bauschert Hans
  • Benz Ernst
  • Hauser Andreas
  • Karges Helmut
  • Kiefer Heinz †
  • Kramp Franz †
  • Lambert Matthias †
  • Lenz Hans †
  • Plunien Berthold
  • Reinert Ewald
  • Reinert Erwin

 

Gründungs-Mitglieder

  • Rosch Walter
  • Stelzl Ernst
  • Tapp Wolfgang
  • Treinen Josef †
  • Wagner Armin
  • Weber Adolf †
  • Weber Franz

Die Entstehungsgeschichte

.......wir schreiben den 23.04.1977 im Gasthaus Kratz

Entstehungsgeschichte des SSV Wiltingen.Der Folgende Text wurde übernommen aus dem Heft zur Einweihung, von 1982.

Mann muss weit zurückgreifen, wenn man die ersten Knospen der Entstehung wahrnehmen will. Seit Anfang der 70er Jahre befanden sich einige Wiltinger Bürger als Mitglieder in der St. Sebastianus Schützengilde Konz.

Als in der Mitte der 70er Jahre die erste Ölkrise entstand und somit die Fahr-möglichkeiten der Schützen beschnitten wurde, trug man sich mit dem Gedanken, in Wiltingen eine Trainingsmöglichkeit zu schaffen und gegebenenfalls einen ortseigenen Verein zu gründen. Als Geeigneter Platz kam uns ein Panzergraben im Distrikt Lier vor. Befragungen der Eigentümer hatten zum Teil schon stattgefunden. Nach dem Ende der Ölkrise wurde kaum noch darüber gesprochen.
Im Jahre 1977 ergaben verschiedene Umstände, dass der Trend zur Gründung eines Schützenvereines immer größer wurde. Nach einigen Vorbesprechungen wurde dann der Verein am 23.04.1977 im Gasthaus Kratz in Wiltingen mit 18 Mitgliedern gegründet. Noch im selben Jahr verdoppelte sich die Mitgliederzahl. Der Vorstand des neugegründeten Vereins bestand zum Teil aus Wiltinger Bürgern, welche vorher in der Schützengilde Konz als Funktionäre oder Schützen tätig waren. Der 1. Vorsitzende war dort Gründer und zeitweise Leiter der Pistolengruppe und 3 Jahre Bezirksschießleiter für Pistole (Historische Schützen). Der 2 Vorsitzende, der Schriftführer und der Kassierer kamen ebenfalls von dort.      

Die Gründungsmitglieder des Vereins waren: Josef Treinen, Hans Bauschert, Hans Lenz, Adolf Weber, Ernst Benz, Andreas Hauser, Helmut Karges, Heinz Kiefer, Franz Kramp, Matthias Lambert, Berthold Plunien, Ewald Reinert, Erwin Reinert, Walter Rosch, Ernst Stelzl, Wolfgang Tapp, Armin Wagner und Franz Weber.

Die Anfänge 1977

Für den Verein galt es nun dafür zu sorgen, eine Möglichkeit zu schaffen, dass Trainings- und Wettkampfschießen durchgeführt werden konnten. Dass wir über kurz oder lang an den Bau eines Schießstandes denken mussten war klar, aber für die Zwischenzeit bis zur Fertigstellung des Schießstandes wollten wir den Mitgliedern eine andere Lösung anbieten. Aus diesem Grunde versuchten wir leerstehende Keller von Weingütern für solche Zwecke zur Verfügung bestellt zu bekommen. Der Keller des Winzervereins Schoden wurde von dem Schießstandsachverständigten H. Werland für geeignet befunden. Jedoch Besitzwechsel, Pachtunsicherheit und hoher Herrichtungsaufwand; ließen uns dieses Objekt fallen. Ein Antrag bei der Schützengilde Konz wegen Trainingsmöglichkeiten auf deren Schießstand gegen entsprechendes Startgeld, für die Dauer einer Schießstand - Bauzeit, wurde von dessen Vereinsvorstand positiv entschieden.

Der Vorstand im Jahr der Eröffnung
Josef Treinen, Alfons Riss, Ewald Reinert, Hans Bauschert, Ewald Burg, Manfred Tapp,
Wolfgang Tapp, Heinz Machill /v.l.)

Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände

Während wir auf der Suche nach einem geeignetem Gelände für den Bau eines Schießstandes waren, mussten wir die folgende Fakten beachten. Die Schallausbreitung auf bewohnte Gebiete musste gering bleiben, elektrischer Strom und Wasser für Toilettenanlagen mussten vorhanden sein, oder leicht dorthin zu verlegen sein. Außer den Sportanlagen musste auch ein genügend großer Parkraum vorhanden sein. Wir glaubten dieses Gelände in einer großen Wiese am Waldrand des Pravelswaldes gefunden zu haben. Dieser war in der Nähe des Scharzhofes. Die Gegnerschaft des Jagdpächters und die mögliche negative Schallaubreitung auf den Scharzhof ließ uns dieses Projekt fallen. Bei einer Besprechung zwischen dem Ortsgemeinderat, dem Jagdpächter und dem 1.Vorsitzenden des Schützenvereins, machte das Ratsmitglied Van Volxem den Vorschlag, das auf dem Lichtenberg gelegene Steinbruchgelände der Ortsgemeinde Wiltingen zwecks Schießstandsbau in Augenschein zu nehmen. In dieser Besprechung stellte der Jagdpächter uns ein gebrauchtes Stromaggregat in Aussicht, wenn wir von dem Waldrandgelände absehen würden. Eine Besichtigung des Steinbruchgelände durch den Vereinsvorstand ergab, dass dieses Gelände zwar hohe Kosten für die Heranschaffung des Betriebsstroms ergeben würde, ebenso waren höhere Kosten für die Ausschachtung zu erwarten, weil das Gelände ein mit Bauschutt und Müll übersäter Steinbruch war, jedoch von der Fläche her ganz andere Perspektiven für die Gestaltung der Schießanlage mit sich brachte. Eine Quelle befand sich im oberen Teil dieses Geländes, was die Wasserfrage löste. Wir pachteten nun das Steinbruchgelände von der Ortsgemeinde Wiltingen für 50 Jahren, ließen uns von Herrn Bruno Werland, einen Schießstandsachverständigen und ehemaligen Mannschaftskollegen des 1.Vorsitzenden, ein Schießstandvorgutachten ausarbeiten und durch den Architekten Herrn Matthias Britten aus Wiltingen einen Plan erstellen. Gleichzeitig wurde beim Bauamt in Konz ein Bauvorgutachten beantragt. Nach dem damaligen Stand sollte das Bauprojekt etwa 170.000 DM kosten, wobei in dem Betrag die Ausschachtungs- und Lohnkosten mit enthalten waren. Eine auf dem ehemaligen Eurener Flugplatz gekaufte Bundeswehrbaracke diente uns als Grundriss für das Schützenhaus. Sie sollte, falls wir keinen Zuschuss erhalten sollten, als Schützenhaus für die ersten Jahre dienen.         

 

Goldener Plan

Wir stellten bei der Kreisverwaltung in Trier einen Antrag auf Zuteilung von Kreis und Landesmitteln aus dem "Goldenen Plan" zum Bau von Sportanlagen. Während der Laufzeit dieses Antrags durfte an diesem Schießstandsgelände nichts getan werden, um den Zuschuss nicht zu gefährden. Der Zustand des Nichtstun war für uns fast unerträglich. Im November war es beinahe so weit, dass wir den Zuschuss zugeteilt bekamen. Zumindest wurde uns grünes Licht für die Ausschachtungsarbeiten erteilt. Dank des Herrn Karl-Heinz Sieke aus Wiltingen, welcher bei der Baumaschinenfabrik Zettelmeyer in Konz eine einflussreiche Stelle bekleidete, war es möglich, die Erprobungsfahrzeuge dieser Firma zu Planierungsarbeiten auf das Schießstandgelände zu bekommen. Über 5000 cbm Erde und Felsgestein mussten ausgehoben und bewegt werden, wobei die Maschinenfahrer gute Arbeit leisteten. Die Ausschachtungsarbeiten wurden im Zuge von Maschinenerprobung und Vorführung an Kunden durchgeführt, wobei wir mit einem Aufwand von einigen Kasten Bier und einigen Mittagessen sehr gut weg kamen. Nachdem wir am 31.05.1979 dank der initiativen Tatkraft des Herrn Landtagsabgeordneten Michael Kutscheid aus Konz, die Zuschussmittel in Höhe von 92.000 DM zugesprochen bekamen. (Kreisbeteiligung 32.000 DM , Landesmittel 60.000 DM), konnte es losgehen. Am 9.Juni 1979 wurde dann mit dem Guss der Kellersohle begonnen. Die Bauarbeiten führten dazu, dass mit dem Beginn des Winters 1979 der Rohbau des Schützenhauses, mit Bedachung und Stahl-Fensterläden fertiggestellt war. Schon bei Beginn der Schießstandarbeiten mussten wir leider feststellen, dass viele Mitglieder, wenn es ums Arbeiten ging, der Sache lieber fern blieben. Ja es gab welche, die aus diesem Grund aus dem Verein austraten. Es war nicht schade drum.

Unser Josef  bei der Arbeit mit der Schubkarre

Das Jahr 1980

Nach einem langen Winter wurden die Bauarbeiten in Jahre 1980 wieder aufgenommen, wobei die Längsmauer der Schießbahnen hochgemauert wurden und in den Pistolenbahnen die Querblenden errichtet wurden. Bei all diesen Arbeiten zeigte es sich immer wieder, wie richtig die Wahl des Herrn Manfred Tapp zum Bauführer war. Während wir uns über unsere geleistete Arbeit freuten, hatten wir doch in einer unvorhergesehenen Weise mit ein paar Jugendlichen Ärger bekommen. Ein innerhalb der Baustelle stehender Hydraulikbagger mit Schaufel wurde in der Nacht zum 15.06.1980 mit einer Spitzhacke so demoliert, dass er für weitere Arbeiten nicht mehr verwendet werden konnte. Gleichzeitig wurde ins Schützenhaus eingebrochen und die Batterie und die Kabel am Aggregat zerstört. In der Nacht des 29.06.1980 entwendeten Jugendliche an der Straßenbaustelle in der Nähe der Wiltinger Brücke einen Hublader und fuhren nach dem 3,5 km entfernten Schießstand, wo sie eine Mauer umwarfen und einige Paletten Hohlblocksteine demolierten. Im Laufe des Sommers konnten wir die Pistolenanlage so weit ausbauen, dass wir am 23.09.1980 die Anlage für das Pistolen- und Druck-luftwaffenschießen genehmigt bekamen ( Abnahme durch den Schießstand-sachverständigen Herrn Hauptkommissar Berthold Weber ). Im Laufe des Sommers war die Stromfrage immer aktueller geworden. Nachdem das Notstromaggregat bereits den dritten Motor bekommen hatten, mussten wir Sorge tragen, entweder an die Stromversorgung des RWE angeschlossen zu werden, oder ein Dauerstromaggregat zu kaufen. Verhandlungen mit dem RWE Hauptbüro in Trier führten dazu, dass uns eine Zuteilung am Rauhof, über die Eisenbahn aber dort endend, mit einer Stromkapazität von 6 KVA für 8.000 DM zur Verfügung gestellt worden wäre, aber ein weiterer Ausbau der Leitung zum Schießstand zusätzlich 40.000 DM gekostet hätte. Angesichts dieser Summe und der beschränkten angebotenen Strommenge entschlossen wir uns, ein Dauerstromaggregat zu kaufen. Für diesen Kauf bekamen wir auf Antrag von der Verbandsgemeinde Konz einen Zuschuss von 10.000 DM. Wir legten weitere 5.000 DM dazu und kauften das Aggregat mit einer Leistung von 11 KVA bei der Firma Kirsch in Trier - Biewer. Unsere Wasserleitung klappte inzwischen auch hervorragend. Die Quelle brachte über einen Sammler von etwa 4 cbm Inhalt auch im wärmsten Sommer genügend Wasser, um unsere Bedürfnisse zu decken. Der Aggregatraum wurde nun angrenzend an die Luftgewehrstände gebaut. Im Herbst 1980 beteiligten wir uns schon mit unserem Schießstand aktiv an den Rundenwettkämpfen des Rheinischen Schützenbundes.

Das Jahr 1981

Als wir nach einem langen und kalten Winter im März 1981 mit dem Weiterbau des Schießstandes fortfuhren, wurden die 50 Meter und 100 Meter Bahnen fertig gestellt. Im Laufe des Sommers wurden alle größeren Arbeiten soweit erledigt, dass uns nach Abnahme des Schießstandes durch den Schießstandsachverständigen Herrn Oberkommissar Blesius am 09.09.1981 die Betriebserlaubnis für die gesamte Anlage, am 16.09.1981 durch die Kreisverwaltung Trier - Saarburg erteilt wurde. Durch die, während der Bauzeit entstandene inflationäre Verteuerung der Baustoffe, reichten die Geldmittel für die Fertigstellung des Schießstandes nicht mehr aus, so dass wir mit den Sachbearbeitern der Kreisverwaltung und der Bezirksregierung über die zur Verfügungsstellung von weiteren Mitteln als Ausgleich für die Verteuerung verhandelten. Wir hatten zu beginn der Bauarbeiten ein Darlehen von 20.000 DM Aufgenommen, welches aber durch die Verteuerung und die inzwischen enorm angestiegen Zinssätze für Bankdarlehen, auf fast 60.000 DM angestiegen war. Angesichts dieser Tatsache gab uns der Kreis Trier - Saarburg weitere 10.000 DM und die Bezirksregierung versprach uns weitere 20.000 DM aus Mitteln des Landes Rheinland - Pfalz zur Fertigstellung der Schießsportanlage zur Verfügung zu stellen.
Weitere Außenputz, Verschönerungs- und Pflanzenarbeiten wurden im Frühjahr 1982 durchgeführt. Dazu gehörten auch schallschluckende Arbeiten (Anbringen von Noppengummi und schalldämmenden Teppichböden an den Wänden), innerhalb der einzelnen Schützenstände.

Unerwähnt

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass während der gesamten Bauzeit immer wieder die selben Gesichter zu sehen waren. Das war der Vereinsvorstand, während der gesamten Maurerarbeiten; der Rentner Jakob Wagner aus Wiltingen; und vielleicht noch ein gutes Dutzend anderer Mitglieder. Von unseren Vereinsmitgliedern wurden für den Bau des Schießstandes über 11.000 Arbeitsstunden aufgebracht. Stellvertretend für alle die beim Bauen geholfen haben, seien hier einige namentlich erwähnt : Manfred Tapp, Hans Bauschert, Ewald Reinert, Josef Treinen, Alfons Riss, Ewald Burg, Heinz Machill und Helmut Kasokat. Allen die beim Errichten dieser schönen und modernen Schießsportanlage mitgeholfen haben, sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt.    

Zur Errichtung unserer Schießsportanlage wurden u.a. folgende Mengen an Baumaterialien verarbeitet: ca. 53.500 kg Zement, 215 t Kies, 105 cbm Fertigbeton, 11.500 Stück Keller- und Hohlblocksteine, 100 kg Nägel und ca. 25 rm Bauholz, welches wir teilweise von der Gemeinde Wiltingen zur Verfügung gestellt bekamen.

Wiltingen an Pfingsten 1982
Texte stammen aus dem Heft zur Einweihung vom 29.05.1982      
Autor war Josef Treinen * 19.06.1922,† 12.07.2006   
Vereinsgründer und Ehrenvorsitzender.

Fortsatz

Bau der Schützenhalle und Erschließung der Schießsportanlage mit elektrischem Strom 1985 und 1986...............